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Ausstellung, Kulturarbeit – 10. Mai 2017 – Klaus Torsy

Das Beethoven-Haus Bonn in der NS-Zeit

Beethoven-Büste von Karl Voss mit einem Kranz des Sanitätssturms der 58. SS-Standarte in Beethovens Geburtszimmer, Fotografie von Max Ehlert, 1936. (Bild: Beethoven-Haus Bonn)

Joseph Schmidt-Görg: Stammtafel Ludwig van Beethovens, Zeichnung von Willy Faßbender, 1935. (Bild: Beethoven-Haus Bonn)

Eine neue Sonderausstellung des Beethoven-Hauses dokumentiert seine Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Selbstgleichschaltung nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Boecker: Kein Endpunkt, sondern der Einstieg in die weitere Aufarbeitung der jüngeren Geschichte.
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Bis zum 7. Oktober 2017 thematisiert das Beethoven-Haus Bonn in einer Sonderausstellung die Selbstgleichschaltung des Hauses nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit der Einführung des Führerprinzips unter der Leitung von Ludwig Schiedermair.

Schiedermair war seit 1919 Ordinarius des Instituts für Musikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und seit 1932 in Personalunion Vorsitzender des Vereins Beethoven-Haus und Leiter des Beethoven-Archivs gewesen.

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung die Verdrängung der jüdischen Mitglieder aus dem Verein Beethoven-Haus und der jüdischen Musiker aus den Konzertprogrammen. Auch die Versuche, das Beethoven-Haus als wichtige Institution innerhalb der deutschen Musikwissenschaft der NS-Zeit zu positionieren, kommen zur Sprache.

Weitere Themenschwerpunkte sind: die Kontakte des Hauses zu offiziellen Stellen des Reichs, gelungene und gescheiterte Versuche der Vernetzung und Vereinnahmung, das Verhältnis zur Stadt Bonn, insbesondere die Kooperation mit den städtischen Beethovenfesten sowie ideologische Prägungen der Beethovenforschung im Nationalsozialismus.

Aufgezeigt wird auch die Sicherung der Sammlung des Hauses im Zweiten Weltkrieg und ihre Rettung, für die Theodor Wildeman verantwortlich war. Wildeman wurde nach Kriegsende Vorsitzender des Vereins Beethoven-Haus und sorgte für eine Neuordnung.

Als Grundlage der Ausstellung diente eine Studie über den Verein Beethoven-Haus in der Zeit des Nationalsozialismus. Patrick Bormann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bei Prof. Joachim Scholtyseck an der Universität Bonn, hat sie im vergangenen Jahr unter dem Titel „Das Beethoven-Haus 1933-1945: Eine Kulturinstitution im ‚Dritten Reich’“ vorgelegt.

Zur Eröffnung der Schau sagte Direktor Malte Boecker: „Wir begreifen das abgeschlossene Forschungsprojekt nicht als Endpunkt, sondern als Einstieg in die weitere Aufarbeitung der jüngeren Geschichte unseres Vereins. Etwaige sachliche und personelle Kontinuitäten in der Nachkriegszeit werden uns ebenso weiter beschäftigen wie noch offene Fragestellungen zur Provenienz von Sammlungsgütern.“

Begleitend zur Sonderausstellung erscheint eine Broschüre, die Maria Rößner-Richarz, Historikerin und Archivarin des Beethoven-Hauses, verfasst hat. Sie ist im Museums-Shop für 4 Euro erhältlich.

Das Bonner Beethoven-Haus in der Zeit des Nationalsozialismus – 10. Mai bis 7. Oktober 2017, Beethoven-Haus Bonn, Öffnungszeiten: Mo.-So. 10-18 Uhr.
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