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Ausstellung – 25. September 2014 – Klaus Torsy
THEMA

Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies

Im August-Macke-Haus: Heinrich Campendonk: Der sechste Tag, 1914. (Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Bernd Kirtz)

Im August-Macke-Haus: August Macke: Schaufenster, 1913. (Bild: Walter Mayer, München)

Im August-Macke-Haus: August Macke: Frau im Garten, 1911. (Bild: P. J. Kiby-Menzer)

Im Kunstmuseum: Franz Marc: Der Tiger, 1912. (Bild: Lenbachhaus, München)

Im Kunstmuseum: August Macke, Lesender Mann im Park, 1914. (Bild: Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000050)

Im Kunstmuseum: Franz Marc: Die gelbe Kuh, 1911,. (Bild: Solomon R. Guggenheim Founding Collection, 49.1210)

Zum 100. Todestag von August Macke laufen zwei große Ausstellungen in Bonn an: Das August-Macke-Haus beleuchtet das Paradiesthema in der zeitgenössischen Kunst, während sich das Kunstmuseum der Künstlerfreundschaft zwischen Macke und Franz Marc widmet. Gezeigt werden bedeutende Leihgaben sowie Werke, die lange öffentlich nicht zu sehen waren.
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August Macke fiel am 26. September 1914 im Alter von nur 27 Jahren an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus in der Champagne, Franz Marc wurde 1916 Opfer des Krieges. Gemeinsam malten sie 1912 ein fast 4 x 2 Meter messendes Paradiesbild in Mackes Atelier im Dachgeschoss seines Wohnhauses in Bonn.

Das Gemälde gilt nicht nur als Manifestation einer unvergleichlichen Künstlerfreundschaft, die im Januar 1910 mit einem Besuch Mackes im Münchner Atelier von Franz Marc ihren Ausgangspunkt genommen hatte. Es ist zugleich auch von programmatischer Bedeutung für das Werk beider Künstler: die Suche nach dem verlorenen Paradies, nach Harmonie und Einklang des Menschen mit seiner Umwelt, nach Rückkehr zum Ursprünglichen, zum Unverdorbenen und Reinen.

Diese Suche bestimmte das Werk beider Künstler, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Suchte Macke die künstlerische Rückeroberung paradiesischer Gefilde, zuweilen mit Orientalischem bzw. Exotischem verknüpft, fand Marc, ganz franziskanisch gesinnt, im Wesen der Tiere einen unverdorbenen Urzustand.


Eine Künstlerfreundschaft für eine Generation von Künstlern

Die Freundschaft der beiden Künstler beschränkte sich jedoch nicht nur auf ihr jeweiliges bzw. wechselseitiges Wirken. Sie wirkte auf die künstlerischen Diskussionen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg überhaupt. Die Ausstellung im August-Macke-Haus zum 100. Todestag macht die Wirkkraft deutlich. Erstmals steht das Thema Paradies im Mittelpunkt einer Macke-Ausstellung.

Schon der Untertitel „Expressionistische Visionen zwischen Tradition und Moderne“ verrät die kunsthistorische Bandbreite. Zahlreiche renommierte, aber auch weniger bekannte Künstler der jungen, im Aufbruch befindlichen Generation zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigte das Thema „Paradies“. Wie kaum ein anderes bot dieses Sujet die Möglichkeit, Sehnsüchte, Visionen und Utopien von einer idealen Welt darzustellen.

Die vielfältigen Vorstellungen vom Paradies spiegeln das aufkeimende Lebensgefühl einer Moderne, die sich auf der Suche befindet: nach dem „Paradies“ - vor dem Weltkrieg eine zukunftsfrohe Utopie um die Entfremdungen der abendländischen Zivilisation zu überwinden, unter dem Eindruck der Hölle des Krieges dann gewandelt zu einer Sehnsuchts- und Heilslandschaft.

Diese Vielfältigkeit spiegelt die Schau im Macke-Haus: Gemälde, Aquarelle, Linol- und Holzschnitte, Radierungen und Lithographien von Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Lovis Corinth, Josef Eberz, Wenzel Hablik, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Ludwig Meidner, Carlo Mense, Wilhelm Morgner, Max Pechstein, Richard Seewald und Karl Schmidt-Rottluff werden gezeigt.

Insgesamt mehr als 60 Werke, darunter natürlich auch Arbeiten von Macke selbst, wie das Gemälde „Frau im Garten“, das seit 1912 nicht mehr öffentlich zu sehen war, oder sein Linolschnitt „Badende Frauen“ von 1912, von dem nur ein Abzug bekannt ist.


Macke und Marc in wechselseitiger Auseinandersetzung

Rund 200 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher, Objekte und andere Dokumente hat das Kunstmuseum Bonn für seine Ausstellung zur Künstlerfreundschaft von Macke und Marc zusammengestellt.

Die Schau ist in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München entstanden, wo Franz Marc seinen Lebensmittelpunkt hatte. Dementsprechend wird die Schau ab Januar auch in der bayerischen Landeshauptstadt zu sehen sein.

Wie im Macke-Haus stammen auch hier zahlreiche Werke aus national und international renommierten Museen und Privatsammlungen. Sie zeigen, wie die beiden Künstler trotz der Unterschiedlichkeit ihrer Charaktere in wechselseitiger Auseinandersetzung ihren künstlerischen Weg fanden, wie sie ihre Themen und ihre Formen der Farbe entwickelten.

Beispielhaft ist das Gemälde „Die gelbe Kuh“ von Franz Marc: Das Werk aus dem Eigentum des Solomon R. Guggenheim Museums ist eines der größten und berühmtesten Werke des Künstlers, das auf der ersten Ausstellung des „Blauen Reiter“ 1911 für Furore sorgte und in die Kunstgeschichte einging. Beide Bonner Ausstellungen bieten bis Januar beste Gelegenheit, solch bedeutende Werke in Augenschein zu nehmen.


Das (verlorene) Paradies. Expressionistische Visionen zwischen Tradition und Moderne – 26. September 2014 bis 25. Januar 2015, August Macke Haus Bonn, Katalog zur Ausstellung (144 Seiten, 28 x 24 cm Hardcover, 25 Euro) an der Museumskasse, Öffnungszeiten: Di – Fr 14.30 – 18 Uhr, Sa, So, Feiertage 11 – 17 Uhr, öffentliche Führung jeden So 11.30 Uhr.

August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft – 25. September 2014 bis 4. Januar 2015, Kunstmuseum Bonn, in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, wo die Ausstellung vom 28. Januar bis 3. Mai 2015 zu sehen ist.
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